Herzensprojekt im TextLoft

Seit der Veröffentlichung meines Artikels „Schreiben lernen?“ im letzten September haben mich viele Reaktionen erreicht. Auch auf Facebook wurde ich auf das Thema angesprochen, und die Sehnsucht danach, „schön schreiben“ zu können, scheint wirklich allgegenwärtig zu sein.

Die Idee
Aus diesem offenbar sehr großen Interesse heraus entstand der Wunsch, zu zeigen, wie einfach es in Wirklichkeit ist, schöne Texte zu schreiben, und Menschen zu helfen, ihre stilistischen Fähigkeiten zu entdecken und zu erweitern.
Im Februar wird hierzu auf einer Subdomain von TextLoft das Projekt „Schönere Texte schreiben“ gestartet.

Der Ansatz
Ich habe es in diesem Blog schon häufig angesprochen: Ich glaube nicht an Schreibtalent. Mit diesem Projekt trete ich sozusagen den Beweis an, dass jeder schönere Texte schreiben kann, wenn er nur versteht und verinnerlicht, wie es geht.
„Schönere Texte schreiben“ soll allen – unabhängig von Vorkenntnissen, Alter und Bildungsstand – ermöglichen, sehr schnell zu lernen, bessere stilistische Fähigkeiten zu entwickeln … und das ganz mühelos und ohne nennenswerten Zeitaufwand.

Die Methode
Die Methode beruht auf meiner eigenen Auffassung des Schreibens.
Die Methode ist einfach: Mit ganz kleinen Übungen von nur 3 bis 10 Zeilen, die nur wenige Minuten beanspruchen, sollen in kurzer Zeit große Fortschritte erzielt werden.
Die Methode ist spielerisch: Es geht darum, so schreiben zu lernen, wie ein Kleinkind seine ersten Malversuche unternimmt: natürlich, spontan, frei, ohne Druck, ohne Anstrengung, ohne übertriebene Ansprüche und Erwartungen, aus reinem Spaß an der Sache und mit belohnenden, aber doch sehr konkreten und messbaren Erfolgserlebnissen.
Die Methode ist ungewöhnlich: Die Übungen werden überraschen – für einige ist es nicht einmal erforderlich, überhaupt etwas zu schreiben. Mein Ziel ist es, auf diese Weise zu zeigen, wie schnell sich Schreiberfolge einstellen, wenn der Zugang zum Text von allen Hemmungen und falscher Ehrfurcht befreit wird.

Gibt es das nicht schon tausendfach?
Es gibt auf dem Markt eine schwindelerregende Anzahl von Büchern zum Thema „Schreiben“.
Das Projekt „Schönere Texte schreiben“ unterscheidet sich schon in dem Grundgedanken radikal von ihnen und geht einen sehr unkonventionellen Weg.

Die meisten Ratgeber bieten Hilfestellungen in Verbindung mit einer bestimmten – privaten oder beruflichen – Schreibabsicht an: „Wie schreibt man eine Pressemitteilung?“, „Wie schreibt man einen spannenden Krimi?“, „Wie schreibt man etwas, das Verlagen gefällt?“, „Wie schreibt man seine Memoiren?“, „Wie schreibt man sich Dinge von der Seele?“, „Wie schreibt man einen guten Blogpost?“, „Wie fängt man einen guten Roman an?“, „Wie strukturiert man einen Artikel?“.

Solche Werke vermitteln keine Grundkenntnisse und -fertigkeiten des Schreibens, sie setzen sie voraus. Mit dem eigentlichen Fundament des Schreibens beschäftigen sie sich nicht.

„Schönere Texte schreiben“ bietet einen originellen Weg ohne falschen Ehrgeiz
Mein Ziel ist es nicht, jemandem zu einer Schreibkarriere zu verhelfen oder berufliches Fortkommen zu ermöglichen.
Es geht darum
– einen natürlichen und unverkrampften Zugang zum Schreiben zu entwickeln,
– schreiben zu lernen, ohne es zu merken,
– sich die notwendigen handwerklichen Fertigkeiten (Neudeutsch „Basics“) anzueignen,
– das Schreiben als zweckfreie Tätigkeit zu entdecken,
– Freude und Genuss am Schreiben zu finden und zu erhalten,
– ggfs. negative Erfahrungen zu vergessen,
– ein Gespür für Motive und Text zu entwickeln,
– zu erleben, wann ein Text „schön ist“,
– kleine persönliche Erfolge zu feiern und sich über eigene schöne Texte zu freuen.

Das Prinzip
Wer Flöte spielen lernen will, muss Flöte spielen. Wer malen lernen will, muss malen. Lange theoretische Abhandlungen sind wenig hilfreich.
Das Projekt ist als Lehrgang konzipiert, in dem sich kurze, leichtverständliche Anleitungen im lockeren Plauderton und sehr, sehr viele praktische Übungen rhythmisch abwechseln. Lediglich zu Beginn stehen einige allgemeine Texte, die noch nicht von Übungen begleitet werden und verdeutlichen sollen, wie und warum die Methode sinnvoll ist und welcher der Grundgedanke dazu ist.
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Weil die Übungen unkompliziert und kurz gehalten werden und einen sehr natürlichen und spontanen Zugang ermöglichen, können schon von Anfang an erste motivierende Erfolge erzielt werden, die das Verständnis dessen, wie Text „funktioniert“, erweitern und schärfen.
Die einzelnen Kapitel sind auf kleine Teilthemen begrenzt, um eine bessere und ablenkungsfreie Erfassung der vermittelten Inhalte zu ermöglichen.

Erst das Blog …
In der ersten Phase wird ein Blog gestartet.
Dies hat Vor- und Nachteile.

Ein Vorteil ist es, dass über die Kommentarfunktion jeder anonym mitmachen und seine Übungen einreichen kann.
Es ist immer schwierig, etwas Neues ganz alleine zu Hause und ohne Feedback zu üben. Wer also möchte, dass seine Versuche eingeschätzt werden, kann sich einen Nickname aussuchen und seine Arbeiten beurteilen lassen, ohne das Gefühl haben zu müssen, er würde sich blamieren. Ich kenne meine Leser nicht persönlich, assoziiere die Texte nur mit dem Nickname, und da ich keine Analysefunktion für die Seitenbesuche nutze, ist es mir auch nicht möglich zu sehen, wer das Blog regelmäßig besucht oder nicht. Auch anderen Lesern und Teilnehmern gegenüber bleibt man unerkannt.
Für diejenigen, die eine Rückmeldung wünschen, ihre Texte aber auf gar keinen Fall und nicht einmal anonym über die Kommentarfunktion zeigen möchten, gibt es die Alternative, sich über eMail mit mir in Verbindung zu setzen. Allerdings ist ein Vorteil der Blogform, dass man von den Texten und Beurteilungen anderer lernen kann.

Der wesentliche Nachteil dieses Systems ist mir bewusst: Durch die antichronologische Reihenfolge werden die ersten Artikel und Übungen „nach hinten“ geschoben und sind nicht mehr unmittelbar sichtbar. Wer also das Projekt nicht von Beginn an verfolgt, muss viel scrollen oder über die Archivierung nach der 1. Lektion suchen. Noch weiß ich nicht, wie ich dieses Problem leserfreundlich lösen könnte, und höre mir gerne diesbezügliche Vorschläge an.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass im Blog grundsätzlich geduzt wird und dies nicht jedem gefällt. Denjenigen, die in der Beurteilung ihrer Übungen lieber gesiezt werden möchten, biete ich an, es beim ersten Einreichen eines Kommentars zu sagen. Ich werde eine entsprechende Nickname –> Anrede-Korrespondenzliste führen, die sowohl die Anonymität wahrt als auch die gewünschte Ansprache sicherstellt. Dass in den Artikeln aber konsequent das „du“ verwendet wird, kann ich nicht vermeiden. Es gäbe zwar die Möglichkeit, eine Startseite mit zwei Eingangswegen „Ich möchte gesiezt werden“ und „Ich möchte geduzt werden“ zu erstellen. Allerdings ist dieses System vielleicht etwas umständlich, da alle Posts zweimal geschrieben werden müssten, und für regelmäßige Besucher sicher auch etwas lästig. Auch hier bin ich für Meinungen und Vorschläge dankbar.

… dann ein Buch
Ein Blog stellt langfristig ohnehin keine befriedigende Lösung dar. Es sollte möglich sein, den Lehrgang komplett in der Hand zu halten und immer wieder darauf zurückgreifen zu können. Deshalb plane ich die Veröffentlichung als Leitfaden – sowohl auf Papier als auch als eBook.

Die Finanzierung
Das Blog und die Bearbeitung der Kommentare und Übungen werden kostenlos sein. Wer sich erkenntlich zeigen oder das Projekt unterstützen möchte, kann es natürlich gern über den Spendenbutton tun. Besonders großzügige Spender erhalten von mir übrigens wiederum als Dank eine kleine textliche Aufmerksamkeit per Post.
Für die Veröffentlichung als Buch werde ich zu gegebener Zeit eine Crowdfunding-Aktion auf einer entsprechenden Plattform starten, und auch hier erhalten Spender traditionell ab einer bestimmten Betragshöhe ein angemessenes Dankeschön.

Was meine Leser noch tun können:
Mitmachen und kommentieren natürlich.
Aber auch das Projekt weiterempfehlen, in den Social Media und in Blogs erwähnen und verlinken, und so oft darauf aufmerksam machen, wie es nur geht. Dafür danke ich allen jetzt schon.
Dieses Projekt ist mir ein Anliegen. Es ist mir wichtig, zu zeigen, wie einfach schönes Schreiben sein kann, und ich möchte möglichst viele Menschen erreichen.

In den nächsten Tagen werde ich die Projekt-Blogadresse anlegen. Den tatsächlichen Start des Projekts werde ich hier im Blog, sowie auf Facebook und Twitter bekanntgeben.

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