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	<title>TextLoft - Das Blog</title>
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	<description>In Texten leben</description>
	<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 13:06:56 +0000</pubDate>
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		<title>TextLoft hat ein Luxusproblem</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 13:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Textloft]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Fußballmannschaften mittlerweile in ihr Vokabular wie selbstverständlich aufgenommen haben, kennt TextLoft ebenfalls, wenn auch auf ganz andere Art und Weise.
TextLoft wirbt mit Textkonzepten auf ungewöhnlichem Niveau, die sowohl inhaltlich als auch finanziell hauptsächlich für Unternehmen sinnvoll erscheinen, die sich selbst an eine gebildete und sehr gut situierte Kundschaft mit sehr hohen Ansprüchen wenden. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was Fußballmannschaften mittlerweile in ihr Vokabular wie selbstverständlich aufgenommen haben, kennt TextLoft ebenfalls, wenn auch auf ganz andere Art und Weise.<br />
TextLoft wirbt mit Textkonzepten auf ungewöhnlichem Niveau, die sowohl inhaltlich als auch finanziell hauptsächlich für Unternehmen sinnvoll erscheinen, die sich selbst an eine gebildete und sehr gut situierte Kundschaft mit sehr hohen Ansprüchen wenden. Es ist weder ökonomisch klug noch ästhetisch nachvollziehbar, ein Abendkleid zu kaufen, um Gartenarbeiten zu verrichten oder einkaufen zu gehen. Genau so unangebracht ist es, TextLoft für gewöhnliche Aufträge zu beauftragen, bei denen ein &#8220;nur&#8221; guter Text gewünscht wird. Zum einen würde das Preis-/Leistungsverhältnis nicht gegeben sein, zum anderen kann ein Kunde mit anspruchsvollen Texten seine durchschnittliche Zielgruppe nicht erreichen und schreckt sie schlimmstenfalls ab.<br />
Und dennoch erreichen mich immer wieder Anfragen, in denen davon die Rede ist, Standardtexte für oft noch nicht einmal vorhandenen Werbekunden zu erstellen, die so allgemein gehalten werden sollen, dass sie nachträglich mit wenigen Handgriffen angepasst werden können.<br />
Inwiefern nicht verständlich ist, was Luxus überhaupt bedeutet und dass Luxusgüter keine 08/15-Massenware sind, weiß ich nicht. Doch in der Kundenakquise ist es jedenfalls TextLoft größtes Problem.<br />
Paradoxerweise sind es gerade Werbe- und Marketingagenturen, die ihren eigenen Kunden in aufwendigen und teuren Arbeitsstunden einbläuen, dass ihr Unternehmen unbedingt ein präzises Image und eine klar abgegrenzte Positionierung brauchen, die TextLofts Leitgedanken grundsätzlich überlesen und sich einen feuchten Kehricht um die Unternehmensziele scheren – ein durchaus interessanter Zufall.</p>
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		<title>Der Freiberufler und seine Freunde</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 11:09:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Leben und Alltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein Gemeinplatz: Das Leben eines Freiberuflers unterscheidet sich sehr stark von dem eines Festangestellten.
Freundschaften sind dabei ein besonders heikles Thema, und die Gründe dafür sind vielfältiger, als man vermuten könnte.
Der Zeitfaktor spielt dabei natürlich eine große Rolle.
Die Rechnung ist leicht nachvollziehbar: Eine kalendarische Woche hat 168 Stunden. Gut arbeiten kann nur, wer ausgeruht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein Gemeinplatz: Das Leben eines Freiberuflers unterscheidet sich sehr stark von dem eines Festangestellten.<br />
Freundschaften sind dabei ein besonders heikles Thema, und die Gründe dafür sind vielfältiger, als man vermuten könnte.</p>
<p>Der Zeitfaktor spielt dabei natürlich eine große Rolle.<br />
Die Rechnung ist leicht nachvollziehbar: Eine kalendarische Woche hat 168 Stunden. Gut arbeiten kann nur, wer ausgeruht ist, also sind zunächst 58 Stunden Schlaf abzuziehen. Es verbleiben 110 Stunden zur nicht ganz so freien Verfügung. Dabei entfallen 30 Stunden auf die tatsächliche Bearbeitung bezahlter Aufträge, 15 Stunden auf Besprechungen mit Kunden und geschäftliche Korrespondenz, Auftragsverwaltung, Buchhaltung, Auftragsarchivierung und Datensicherung, 18 Stunden auf Pflichtlektüren, Werbemaßnahmen und Kundengewinnung, wozu die Pflege der beiden Blogs gehört. 17 Stunden dienen der Zubereitung und Einnahme von Mahlzeiten und der Körperpflege, 20 Stunden der Hausarbeit und weitere 8 Stunden mietvertragsbedingten Pflichten wie Vorgartenpflege und Säuberung von Treppenhaus, Gemeinschaftsräumen und Bürgersteig, 2 Stunden dem privaten Papierkram. Damit ist der wöchentliche Stundenplan ausgeschöpft, und so etwas wie Freizeit gibt es nicht wirklich – es sei denn als Ausnahme &#8220;zwischendurch&#8221; in auftragsschwächeren Monaten. Es sind dann die wenigen, und daher um so wertvolleren Stunden, an denen man sich auf dem Balkon mit einem guten Buch zurückzieht, die Gelegenheit nutzt, den überfälligen Besuch beim Frisör einzuschieben, Blumenzwiebeln für den kommenden Frühling setzt, wieder zur Staffelei greift oder strickend zusieht, wie der Schnee fällt.</p>
<p>Wenn der eigene Bekanntenkreis nicht auch aus Selbständigen besteht, ist dies allerdings nur auf dem Papier verständlich. </p>
<p>Da sind die Leute, die seit der Schulzeit ihrer Wege gegangen sind und die erst nach einem – wie sich mittlerweile herausstellt – unbedachten Eintrag in ein entsprechendes Portal in einem Anflug gerührter Nostalgie wieder oder erstmals zu Freunden wurden. Eigentlich dachte ich an jenem Tag, man könnte doch mal sehen, was aus diesem oder jener geworden sei, und Weihnachten und Ostern eine unbedeutende Postkarte samt einem ebenso unbedeutenden Foto austauschen, und hatte arglos und naiv nach einigen Menschen Ausschau halten, die mir positiv in Erinnerung geblieben waren. Mehr sollte sich daraus nicht entwickeln. Aber die Jahre verändern offenbar Vieles, und was eine nicht einmal intensive Schulkameradschaft war, soll nun aus unerfindlichen Gründen zu einer überschäumenden Freundschaft werden. Man will ja niemanden verletzen. Also spielt man das Spiel mit.<br />
Nur sind die Gemeinsamkeiten in den beiden letzten anderthalb Jahrzehnten nicht erheblicher geworden. Ich bin freiberuflich tätig, habe keine Kinder und lebe ein eher unkonventionelles Schreiberleben ohne anderweitige familiäre Verpflichtungen oder Ambitionen – mitten in einem Rudel verheirateter Hausfrauen mit jeweils drei bis vier Kindern (es sind immer Söhne, seltsamerweise, wie mir soeben auffällt), die entweder nie gewusst, oder schon lange vergessen haben, was es bedeutet, berufstätig, erst recht selbständig zu sein.</p>
<p>Die Situation entbehrt nicht einer gewissen Komik. Der Nachwuchs ist aus dem Haus und nach den täglichen Putz- und Aufräumpflichten haben die Mütter den ganzen Nachmittag Zeit. Also verschicken sie eMails. Nur habe ich nicht immer die Möglichkeit, sie schnell, geschweige denn, wie sie es erwarten, postwendend zu beantworten, und das ist das erste Problem. Bald hat man jemanden beleidigt, der einfach nicht glauben kann, dass man sich nach einem 16-Stunden-Tag tatsächlich lieber hinlegt, als Plattitüden über das Wetter von sich zu geben – in Ermangelung spannenderer Neuigkeiten, die sich bei konzentriertem Sitzen am Schreibtisch einfach partout nicht ergeben wollen –, und die private Korrespondenz auf ruhigere Stunden verschoben werden muss. Sie möchten Koch- und Backrezepte austauschen und senden mir ungefragt welche zu, bei denen die Zubereitungszeit zwischen 45 Minuten und 3 Stunden beträgt und die Kalorienzahl genügen würde, um gestandene Möbelpacker zu überfordern.<br />
Und dann melden sie sich an. &#8220;Wir sind zufällig nächsten Woche in Norddeutschland und kommen Dich auf dem Rückweg besuchen. Das wird toll! Wir haben uns soooo lange nicht mehr gesehen. Wir können eine ganze Woche bleiben. Du musst uns unbedingt die Stadt zeigen! Und die Region! Kann man bei Euch &#8216;was unternehmen? Du musst Dir aber keine Umstände machen. Wir campen auch gern. Und wenn die Kinder Pommes und Steak kriegen, sind die restlos glücklich.&#8221; Wie der Rest des Telefonats verläuft, ist nicht schwer zu erraten. Ich kann mir das freundschaftliche Einfallen von 5 bis 6 Personen weder zeitlich, noch räumlich, noch finanziell leisten, doch wie sollte das jemand begreifen, der im Jahr vier Wochen bezahlten Urlaub und etliche &#8220;Krankheitstage&#8221; zur Verfügung hat? Also versuche ich klarzustellen, dass ich mich freuen würde, sie wiederzusehen, dass es aber leider nicht geht, erst recht nicht so kurzfristig, und überhaupt könne ich beruflich nicht einfach so umdisponieren. Was in den meisten Fällen dazu führt, dass die sogenannte Freundschaft auf einmal merklich abkühlt.</p>
<p>Und dann gibt es noch die etwas engeren Freunde, mit denen die Bande während des Studiums geknüpft wurden.<br />
Man hat seinerzeit ganze Nächte lang über Literatur, Liebeskummer und Lieblingsmusik diskutiert, hat Zukunfts- und Karrierepläne geschmiedet … Das waren die echten, tiefen Freundschaften, die ein Leben halten sollten. Und dann verließen alle nach und nach die Stadt, aber der Kontakt blieb natürlich intensiv und man konnte sich gar nicht vorstellen, dass es einmal anders werden sollte.<br />
Es ist anders geworden. Diejenigen, die nicht auch zwischen Kindern, Küche und Campingurlauben ihr Dasein fristen, sind verbeamtet oder arbeiten in der Verwaltung. Ob der Versuch, ihnen nahezubringen, was eine Woche mit 110 Arbeitsstunden und den Geldsorgen eines Selbständigen bedeutet, eher als Wagnis, Herausforderung oder schlicht müßiges Unterfangen zu bezeichnen wäre, könnte ganz sicher Gegenstand einer abendfüllenden Fernsehdiskussionsrunde werden. Jedenfalls werden die Kontakte im Laufe der Jahre immer seltener, ganz gleich wie sehr man sich anstrengt, Zeit für Briefe und Telefonate zu finden. Bis der Wunsch eines Tages sogar ganz erlischt, es noch einmal mit einer Neujahrskarte zumindest zu versuchen, denn – seien wir ehrlich –, dass der Nachwuchs, den man mangels Zeit nur aus Jahre alten, kurz nach der Geburt entstandenen Fotos kennt, nun einem Sportverein beigetreten ist, dass ein neuer Wohnmobil angeschafft wurde oder das geerbte Haus nun grundrenoviert wird, interessiert einen nicht wirklich aufrichtig.</p>
<p>Auch später geknüpfte Freundschaften halten der Selbständigkeit nicht lange stand. Nachdem man die x-te Einladung zu Geburtstag, Taufe, Hauseinweihung oder Grillen wegen Aufträge hat ablehnen müssen, werden eines Tages keine mehr ausgesprochen. Es ist traurig, aber nicht verwunderlich.</p>
<p>Doch wo soll der Freiberufler nun neue Freunde finden, die seine Situation kennen und verstehen? Durch Treffen und Messen mit anderen Freiberuflern? Wohl kaum, sie haben ja auch keine Zeit. Im Umgang mit Geschäftspartnern? Sie sitzen auf der anderen Seite der eMail, weit weg.<br />
Ist der Freiberufler einsam? Möglichweise. Manchmal schon, sicher. Vielleicht ist es ihm aber nicht immer ganz unrecht, die Gesellschaft von Büchern vorzuziehen. Und im Zweifelsfall kann er darüber nachdenken, ob es nicht schön wäre, ein Kätzchen im Haus zu haben. Es muss ja nicht heute entschieden werden.</p>
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		<title>TextLoft mal ganz unfein</title>
		<link>http://www.dasblog.textloft.de/?p=451</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 11:54:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[TextLoft startet unter dem Titel &#8220;Der Aufreger des Tages&#8221; ein neues Blog.
Hier geht es um ganz profane Dinge, um Humor und Selbstironie.
So der Einführungstext:
Jeder kennt sie, diese Kleinigkeiten aus dem Alltag, die uns ein &#8220;Aaaargh!&#8221; in bester Doris Day-Manier (wahlweise auch Donald Duck) entreißen, für einige Minuten frustrieren oder kopfschüttelnd zurücklassen. Es sind keine großen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>TextLoft startet unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.der-aufreger-des-tages.kunsttext.de/">Der Aufreger des Tages</a>&#8221; ein neues Blog.<br />
Hier geht es um ganz profane Dinge, um Humor und Selbstironie.<br />
So der Einführungstext:</p>
<blockquote><p>Jeder kennt sie, diese Kleinigkeiten aus dem Alltag, die uns ein &#8220;Aaaargh!&#8221; in bester Doris Day-Manier (wahlweise auch Donald Duck) entreißen, für einige Minuten frustrieren oder kopfschüttelnd zurücklassen. Es sind keine großen Katastrophen, nichts, was zu tiefem und ernstem Verdruss führen würde oder gar finanzielle oder gesundheitliche Auswirkungen hätte. Es sind nur winzige Ärgernisse, deren Sinn es zu sein scheint, Murphys Gesetze immer wieder zu bestätigen und uns spüren zu lassen, wie - bei aller Abgeklärtheit und Vernunft - menschlich und lebendig wir doch sind. Gerade weil sie alle völlig unbedeutend und unwichtig sind, macht es regelrecht Spaß, sich über sie aufzuregen – nicht zuletzt mit einer gesunden Portion Selbstironie und stets mit einem Augenzwinkern.<br />
Denn seien wir ehrlich: Wenn wir die Muße und die Energie haben, uns über so nichtige Dinge völlig überflüssig aufzuregen, dann geht es uns doch einfach zu gut.<br />
In diesem Sinne …</p>
<p><em>Sie haben auch einen &#8220;Aufreger des Tages&#8221;? Sie können sich an diesem Blog beteiligen, indem Sie mir per eMail Ihre Geschichte schicken. Ich schreibe sie für Sie in diesem Blog (auf Wunsch anonym oder mit Namen und Link).</em></p></blockquote>
<p>TextLoft wünscht den Lesern viel Spaß.</p>
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		<title>Umberto Eco und ich</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 17:15:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Leben und Alltag]]></category>

		<category><![CDATA[Zeitgeist]]></category>

		<category><![CDATA[Bücher]]></category>

		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>

		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>

		<category><![CDATA[Umberto Eco]]></category>

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		<description><![CDATA[Als wir uns vor sechseinhalb Jahren auf Wohnungssuche begaben, um den 32 m² ohne Küche zu entfliehen, die schon über ein Jahrzehnt unsere Wohn-, Schlaf- und Arbeitsstätte darzustellen bemüht waren, hatten wir es nicht leicht. Freiberufler sind in einer konservativen Studenten- und Beamtenstadt als Mieter nicht gerade erwünscht, geschweige denn gefragt, und wir mussten erleben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als wir uns vor sechseinhalb Jahren auf Wohnungssuche begaben, um den 32 m² ohne Küche zu entfliehen, die schon über ein Jahrzehnt unsere Wohn-, Schlaf- und Arbeitsstätte darzustellen bemüht waren, hatten wir es nicht leicht. Freiberufler sind in einer konservativen Studenten- und Beamtenstadt als Mieter nicht gerade erwünscht, geschweige denn gefragt, und wir mussten erleben, dass auch Immobilienmakler trotz vertrauenswürdiger Umsatzzahlen eine Zusammenarbeit nicht einmal in Erwägung ziehen wollten: Ohne eine Bürgschaft betuchter Verwandter war es kaum möglich, überhaupt zu einer Besichtigung zugelassen zu werden. Solche Verwandten hatten wir nun einmal nicht, und auch wenn wir sie hätten vorweisen können, hätten wir sie nicht gebeten, wir sind schließlich längst erwachsen.<br />
Außerdem waren die wenigsten Vermieter für den Begriff &#8220;Wohnbüro&#8221; oder &#8220;Heimarbeit&#8221; wirklich zu begeistern. Zu betonen, es sei damit kein Publikumsverkehr verbunden und die Kontakte zu unseren Kunden würden ausschließlich per eMail stattfinden, erwies sich als müßig: Wer den ganzen Tag in der Wohnung sei, würde sie mehr abnutzen, als ein Mieter, der tagsüber auf der Arbeit sei. Einer solchen Argumentation hat man naturgemäß wenig entgegenzusetzen.<br />
Zu allem Überfluss suchten wir eine Wohnung in der Innenstadt, die genau unseren Vorstellungen entsprach, sprich mit vielen Wandstellflächen, ohne Dachschrägen und unzählige Winkel – klare, lineare Strukturen, wie das TextLoft sie eben mag.<br />
So beschlossen wir, mit Kleinanzeigen in den lokalen Tageszeitungen in die Offensive zu gehen.</p>
<p>Um neben den vielen anderen Paaren, die mit ihrem bequemen und sicheren Festangestellten-Dasein prunken und punkten konnten, überhaupt eine Chance zu haben, setzten wir auf Originalität und Ehrlichkeit. &#8220;<strong>5000 Bücher suchen ein Zuhause</strong>&#8220;, lautete die erste, fettgedruckte Zeile unserer Anzeige. Die Anzahl der Vermieter, die sich von diesem Geständnis berühren ließen, war zugegebenermaßen nicht überwältigend, und bis auf drei mehr amüsierte als wirklich interessierte Anrufer meldete sich lediglich ein älterer Herr, der in unserem Text die versteckte Botschaft entdeckt zu haben glaubte, Menschen, die so viel lesen, würden niemals, aber auch niemals Musik hören, und wir seien für sein spießiges Zwei-Familien-Haus, in dem sich nur auf Zehenspitzen bewegt wurde, ja geradezu perfekt.<br />
Auch wenn der Erfolg ausblieb und wir schließlich über andere Wege in unsere grüne innenstädtische Idylle fanden, steckte hinter dem vielleicht nicht ganz alltäglichen Text nicht nur Selbstironie. Wir besitzen tatsächlich so viele Bücher – inzwischen sind es natürlich einige mehr geworden.</p>
<p>Aus einem Grund, der mir bis heute schleierhaft geblieben ist, scheint diese Wahrheit aber grundsätzlich besonders unglaubwürdig zu sein. Nicht selten erlebte ich, wie Menschen, die uns zum ersten Mal besuchten, staunend vor unseren zahlreichen Bücherwänden standen und fragten: &#8220;Haben Sie <em>die</em> etwa <em>alle</em> gelesen?&#8221;. Immer wieder brachte mich diese Frage arg in Bedrängnis. Warum sollte ich denn Bücher kaufen, wenn ich sie nicht lese? Und warum war es überhaupt so verwunderlich, dass jemand gern liest? Oder traute man mir selbst einfach nicht zu, so viel zu lesen? Irgendwie empfand ich die Situation immer als etwas beleidigend, und noch ehe ich mich zusammenreißen konnte, wehrte sich mein Ehrgefühl ohne mein Zutun und wider besseres Wissen auf kindischste und überflüssigste Art, indem ich den dumm Fragenden mit dem ganzen Ausmaß der Wirklichkeit konfrontierte: &#8220;Ja, und ein paar Tausend mehr dazu. Das hier sind nur die wenigen, die ich gekauft habe&#8221;. Und jedes Mal aufs Neue ärgerte ich mich im selben Augenblick über mich selbst – darüber, dass ich mich einmal mehr auf dieses Narrenspiel eingelassen hatte, darüber, dass dieser Mensch mich dazu gebracht hatte, mich so zu benehmen, als hätte ich es nötig, ihm oder mir zu beweisen, ob oder wie belesen ich sei, darüber, dass ich mich dazu hatte provozieren lassen, mich wie ein Angeber zu verhalten – obwohl die Frage, wie viele Bücher ich je gelesen habe, für mich selbst als nicht im geringsten relevant einzuordnen ist. Tatsächlich könnte ich sie nicht annähernd beantworten, ich habe nie mitgezählt und wusste auch nicht, dass man es tun sollte.</p>
<p>Nach dem Einzug in die neue Wohnung änderte sich die Lage. Zum einen fällt die Menge der Bücher, die wir besitzen, dank großzügiger Wandflächen, puristischer Möblierung und der Verteilung auf eine größere Anzahl an Räumen optisch etwas weniger auf. Zum anderen ersetzte ich die früheren offenen Regale durch Bücherschränke und Vitrinen, was nicht nur einen besseren Schutz vor Staub bietet und eine Aufstellung der Sekundärliteratur &#8220;in zweiter Reihe&#8221; ermöglicht, sondern auch durch das bloße Vorhandensein von Türen die für viele wohl erschlagende Wirkung von Tonnen von Papier geschickt umspielt und versteckt.<br />
Außerdem kamen in den letzten Jahren nicht mehr so viele neue Besucher zum TextLoft, und unsere Bekannten haben sich mittlerweile so daran gewöhnt, dass sich bei uns alles um Bücher dreht – es sind sogar in der Küche welche zu finden, die nichts mit dem Kochen zu tun haben -, dass ich sehr lange Zeit diese wohl dümmste aller diesbezüglichen Fragen nicht mehr gehört und auch nicht mehr daran gedacht habe.</p>
<p>Bis mein Mann mich neulich mit einem Geschenk überraschte: Umberto Ecos <em>Streichholzbriefe</em>, bzw. ein Teil davon, von dtv unter dem Titel <em>Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge</em> zusammengestellt. Es sind köstliche Texte, und ich verbrachte einen wirklich vergnüglichen und belohnenden Abend in ihrer Gesellschaft.<br />
Eigentlich wäre ich niemals so anmaßend gewesen, zu denken, dass mich mit Umberto Eco mehr verbinden könnte, als die Tatsache, dass ich seine Bücher wie Oasen genieße, dass ich es liebe, in seine gepflegte Sprache einzutauchen, dass ich es bereue, niemals die Gelegenheit gehabt zu haben, einer seiner Vorlesungen in Semiotik beizuwohnen – was ohnehin schon daran gescheitet wäre, dass ich kein Wort Italienisch kann.<br />
Doch dann war da dieser eine <em>Streichholzbrief</em>: &#8220;Wie man eine Privatbibliothek rechtfertigt&#8221;. Ich hatte mir bei dieser Überschrift nichts Konkretes vorgestellt und las einfach mit Genuss vor mich hin, aber plötzlich traute ich meinen Augen nicht, und ein Absatz ließ mich mit offenem Mund zurück, nachdem mein Herz beinahe ausgesetzt hätte: Tatsächlich berichtet Umberto Eco darin, wie Besucher und namentlich gebildete Personen, denen man nicht unterstellen könne, sie hätten in ihrem eigenen Alltag wenig Umgang mit Büchern, beim Anblick seiner die Wohnung beherrschenden Bibliothek ihn mit erstaunlicher Regelmäßigkeit fragen, ob er all die vielen Bücher auch wirklich gelesen habe.</p>
<p>Es konnte nicht sein. <em>Mich</em> fragt man das. In Ordnung. Ich bin ein Nichts. Ein Niemand. Eine Akademikerin unter vielen. Eine kleine Textarbeiterin mitten in irgendeiner Pampa. Gut. Angenommen. Vielleicht traut man mir wirklich nichts zu.<br />
Aber er ist Umberto Eco.<br />
<em>Der</em> Umberto Eco.<br />
Wie kann jemand Umberto Eco genau die Frage stellen, die auch mir gestellt wird? Etwas passte nicht zusammen.</p>
<p>Nach der ersten Verblüffung, die eher als Schrecken daherkam, tröstet mich die Parallelität der Erfahrung aufs Innigste. Wenn der große Umberto Eco diese Frage – wie er sagt - mehr als einmal und von den unterschiedlichsten Leuten gehört hatte, dann konnte ich aufhören, beleidigt zu sein oder an meinem Image zu zweifeln. Offenbar gibt es eben solche Menschen, die das Lesen als so widernatürlich empfinden, dass ihnen nicht einmal einfällt, dass es anders geht.<br />
In Münster und in Italien.<br />
Überall.<br />
Und ich werde Umberto Eco immer dafür dankbar sein, dass er mir das Selbstbewusstsein zurückgeschenkt hat, mich meiner Bibliothek trotz ihres Umfangs nicht mehr zu schämen.</p>
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		<title>Vermisst (?)</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 17:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Leben und Alltag]]></category>

		<category><![CDATA[Auftragssuche]]></category>

		<category><![CDATA[Freiberufler]]></category>

		<category><![CDATA[Freiberufler-Datenbanken]]></category>

		<category><![CDATA[Freiberufler-Netze]]></category>

		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nicht so, dass die Polizei auf der Suche nach mir wäre. Es ist nicht so, dass ich mich vor lauter Arbeit bei Freunden so lange nicht gemeldet hätte, dass sie am Ende vermutet hätten, ich läge leblos vor dem Bildschirm und es müsse etwas unternommen werden. Es ist nicht so, dass ich Schulden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nicht so, dass die Polizei auf der Suche nach mir wäre. Es ist nicht so, dass ich mich vor lauter Arbeit bei Freunden so lange nicht gemeldet hätte, dass sie am Ende vermutet hätten, ich läge leblos vor dem Bildschirm und es müsse etwas unternommen werden. Es ist nicht so, dass ich Schulden hätte und Gläubiger hinter mir her wären. Nein, das alles trifft nicht zu.<br />
Und doch werde ich vermisst.<br />
Von Computern.</p>
<p>Im Zuge der Werbemaßnahmen, die Freiberufler manchmal aus schierer Verzweiflung eben einleiten, hat sich TextLoft in verschiedene Datenbanken eingetragen, in denen potenzielle Auftraggeber nach dem Ansprechpartner ihrer Träume suchen können und auch Kontakte zu sinnverwandten Branchen geknüpft werden sollen. Diese Portale sind in den meisten Fällen kostenfrei, da werbefinanziert, so dass die Betreiber ein gesteigertes Interesse daran haben, dass Click- und Login-Zähler eine stets rege Aktivität aufzeichnen. Es ist also nur verständlich, wenn durch das Verschicken automatischer eMails mit der kennzeichnenden Betreffzeile: &#8220;Du wirst vermisst&#8221; – auch in der Variante &#8220;Wir vermissen Dich&#8221; – das Mitglied dazu bewegt werden soll, sich nach langer Abwesenheit wieder auf der Interseite blicken zu lassen.<br />
Einige Anbieter, wie zum Beispiel <a href="http://www.grafiker.de">www.grafiker.de </a>verbinden sogar das Profil des Einzelnen mit einem sogenannten Aktivitätsindex. Je häufiger der Teilnehmer sich einloggt, sich Seiten anderer ansieht und in Gruppen kommuniziert, um so höher ist die Aktivitätsprozentzahl seines Profils. Die hierzu gehörige <a href="http://www.openpr.de/news/205750/grafiker-de-jetzt-mit-Aktivitaetsindex.html">Pressemitteilung</a> beschreibt ausführlich, welche Ziele mit der Einführung eines solchen Bewertungssystems verfolgt werden. Natürlich soll sich eine hohe Aktivitätsbilanz besonders positiv auf das Image des Profils auswirken und so potenziellen Kunden oder auch kooperationswilligen Unternehmen den Eindruck vermitteln, sie hätten es mit einem besonders professionellen Ansprechpartner zu tun.</p>
<p>Es stimmt mich skeptisch.<br />
Letztlich bedeutet dieses Prinzip in erster Linie eins: Wer überhaupt keine Aufträge hat und also alle Muße daran verwenden kann, sich den ganzen langen Tag in Foren herumzutummeln und dort nach Herzenslust zu plaudern, ist grundsätzlich seriöser und kommt als Auftragnehmer oder Geschäftspartner eher in Frage. Bin ich die Einzige, die in dieser Gleichung die logische Linie nicht ganz zu entdecken vermag?</p>
<p>Ich werde jedenfalls weiterhin eMails bekommen, die mich anflehen werden, mich endlich wieder zu melden. Und sie weiterhin ignorieren. Denn – es mag überraschen – ich habe zu tun.</p>
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		<title>Textqualität</title>
		<link>http://www.dasblog.textloft.de/?p=432</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 15:16:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

		<category><![CDATA[Textqualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder, der ein Auto, eine Couch, einen Anzug kaufen möchte, versteht, was es bedeutet, wenn die Werbung zu dem entsprechenden Objekt seiner Begierde in Begrifflichkeiten der Qualität ausgedrückt wird. Es ist auch nicht schwer zu begreifen. Assoziiert werden dabei sehr fassbare und messbare Daten wie Sicherheit, Langlebigkeit des Materials, Komfort, Funktionalität.
Bezieht sich das Qualitätsversprechen auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder, der ein Auto, eine Couch, einen Anzug kaufen möchte, versteht, was es bedeutet, wenn die Werbung zu dem entsprechenden Objekt seiner Begierde in Begrifflichkeiten der Qualität ausgedrückt wird. Es ist auch nicht schwer zu begreifen. Assoziiert werden dabei sehr fassbare und messbare Daten wie Sicherheit, Langlebigkeit des Materials, Komfort, Funktionalität.</p>
<p>Bezieht sich das Qualitätsversprechen auf weniger materielle Dinge, stellt sich schnell heraus, dass der Kunde mangels konkreter Anhaltspunkte aus dem Alltag regelrecht überfordert ist. Für Texte zum Beispiel gibt es keine Skala, die es ermöglichen würde, Kriterien miteinander zu vergleichen. Erschwerend kommt hinzu, dass der primären Beurteilung von Texten (und oft der einzigen, die überhaupt bekannt ist), der Literaturkritik also, in der breiten Masse der Bevölkerung der Ruf der Subjektivität und der Willkür anhaftet. Negative Erinnerungen aus der Schulzeit, in denen schlechte Pädagogen es nicht vermocht haben, als ungerecht empfundene Noten im Schulaufsatz sinnvoll und nachvollziehbar zu begründen, sind schmerzhafte Narben im Gedächtnis vieler und machen es praktisch unmöglich, zu vermitteln, dass die objektive Beurteilung eines Textes in der Tat durchführbar wäre, wenn man es nur wollte.</p>
<p>Auf der verzweifelten Suche nach einer Möglichkeit, den Begriff &#8220;Textqualität&#8221; zu interpretieren, greift der Kunde daher auf andere, ihm bekannte Maßstäbe zurück und reduziert sie im Allgemeinen auf Grammatik, Rechtschreibung und soziale Komponente. Ein guter Text ist demnach frei von Tippfehlern, korrekt orthografiert, weist eine den Regeln entsprechende Interpunktion auf und verzichtet auf Kraftausdrücke oder Beleidigungen. Auf diese Weise wird das, was als Mindestanforderung an einen Text anzusehen wäre, auf einmal zum einzigen Auswahl- und Bewertungskriterium.<br />
Da aber davon auszugehen oder zumindest zu hoffen ist, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen jeder Textdienstleister diese Grundsätze erfüllt, stellt sich die Frage der Unterscheidung zwischen den verschiedenen Angeboten ungelöst und immer weiter aufs Neue. Im Zweifelsfall wird die Entscheidung durch die Referenzenfrage, durch den Preis oder über den ersten persönlichen Eindruck getroffen.</p>
<p>Für Texter, die Wert darauf legen, auf hohem Niveau zu arbeiten, ergibt sich dadurch ein kaum überwindbares Problem: Eine deutliche Positionierung und eine Differenzierung von der sogenannten Konkurrenz wird auch dann mehr als nur schwierig, wenn eben diese Konkurrenz gar keine ist.</p>
<p>Vergleiche aus anderen Bereichen können als eine Art Erste Hilfe-Kasten angesehen werden.<br />
Ein guter Text unterscheidet sich von einem durchschnittlichen Text wie ein Kleid von Dior von C&#038;A-Ware, wie belgische Pralinen von Discounter-Schokolade, wie ein Diamant-Collier von Modeschmuck, wie ein Luxushotel von einer Jugendherberge.<br />
Dieser Wink mit dem Zaunpfahl bietet zumindest einen Vorteil: Er ermöglicht eine sofortige Einordnung des potenziellen Kunden. Wer ihn versteht, wird wahrscheinlich in der Lage sein, mit einigen weiteren Erklärungen an die wirklichen Merkmale der Textqualität herangeführt zu werden. Wer ihn nicht versteht und damit argumentiert, dass er keinen Unterschied zwischen selbst gemahlenem und frisch gebrühtem Espresso einerseits und Instant-Kaffee aus dem Glas andererseits schmecke und dass man somit den Verbraucher nur düpiere, der bei gleichem Produkt für den Markennamen bezahle, darf in Begriffen der Textqualität als beratungsresistent gelten – eine schöne Umschreibung dafür, dass dieser Kunde keinen Geschmack hat und niemals welchen haben wird. Im TextLoft bedeutet dies, dass der Interessent höflich aber dezidiert hinauskomplimentiert wird.</p>
<p>Dabei ist eine Definition von Textqualität recht einfach und besteht aus zwei Aspekten: eine klare und übersichtliche Gliederung, eine differenzierte Sprache.</p>
<p>Eine sinnvolle Gliederung besteht der allgemeinen Meinung entgegen nicht aus den 3 Punkten &#8220;Einführung&#8221;, &#8220;Hauptteil&#8221; und &#8220;Schluss&#8221;. Dieses mehr hilflose als hilfreiche Konstrukt aus der Schulzeit, das sicherstellen sollte, dass der Schüler niemals vergisst, eine Einleitung zu schreiben, und sein Text in Gottes Namen nicht wie das Hornberger Schießen ausgeht, ist zwar allgemein bekannt, hat mit der wirklichen Textarbeit aber wenig zu tun.</p>
<p>Eine Gliederung soll dem Leser in erster Linie als Reiseführer dienen. Er darf sich an keinem Punkt des Textes fragen müssen, wo er sich gerade befindet und was er dort überhaupt zu suchen hat.<br />
Zudem soll der Aufbau des Gedankengangs mühelos erfasst, verstanden und verinnerlicht werden können. Die Gliederung ist ein Gerüst der Logik.</p>
<p>Der im TextLoft nur zu gern verwendete Vergleich mit Architektur und Innenausstattung mag für die Stammleser dieses Blogs mittlerweile etwas langweilig werden, er verdeutlicht aber sehr genau, nach welchen Kriterien die Gliederung eines Textes beurteilt werden kann und sollte. Sie ist das raum(ein)teilende Element und sollte auch als solches betrachtet werden.<br />
Eine gut geschnittene Wohnung besteht aus klar abgegrenzten Bereichen, die einerseits eine eigene, festgelegte Funktion haben, andererseits die freie Entfaltung des Geschmacks und der Einrichtungsvorstellungen des Einzelnen unterstützen, indem unter anderem Stellflächen ausreichender Größe und viele klare, gerade Linien eine individuelle Möblierung ermöglichen. Diese Maßstäbe lassen sich auch auf eine Gliederung anwenden.</p>
<p>Die Einleitung eines Textes sollte wie die Diele oder der Flur einen einfachen Zugang zum gesamten Haus sowie die Öffnung und Verbindung zu allen anderen Räumen, sprich Kapiteln oder Absätzen, gewährleisten. Ungern betritt man als Erstes die Küche oder das Wohnzimmer, geschweige denn das Schlafzimmer.<br />
Was für ein Haus selbstverständlich ist, sollte für einen Text erst recht grundlegend sein. Unklar, schlecht oder gar nicht gegliederte Texte erkennt man daran, dass weder die Funktion der einzelnen Abschnitte deutlich ist (ist das hier das Kinderzimmer oder der Abstellraum?), noch eine Grundlinie erkennbar ist. Sie verhalten sich bestenfalls wie Durchgangszimmer, in denen eine Abtrennung von Nutzbereichen nur bedingt gegeben ist oder erst mit zahlreichen Hilfsmitteln erreicht werden kann, schlimmstenfalls - ist die Gliederung überhaupt nicht vorhanden - wie ein unaufgeräumter Dachboden, in dem sich alles ungeordnet stapelt, was irgendwann vielleicht nützlich sein könnte – für eine Schnitzeljagd an einem regnerischen Novembertag ganz und gar reizvoll, aber niemand möchte dauerhaft in einem Labyrinth wohnen.</p>
<p>Ebenso wichtig ist der Zuschnitt – also die Form der Räume und ihr Verhältnis zueinander. Es ist kein Zufall, wenn Wohnungen, deren Zimmer in etwa gleich groß und quadratisch sind, auf dem Immobilienmarkt einen höheren Wert haben. Undurchsichtige Strukturen mit vielen Winkeln, engen Bereichen und Hindernissen werden als ungemütlich und unpraktisch empfunden.<br />
In einem Text ist es nicht anders. Die Kapitel und Abschnitte sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, die freie Entfaltung des Gedankens ermöglichen und inhaltlich einwandfrei zuzuordnen sein.</p>
<p>Neben dem Aufbau der Wohnung ist die Inneneinrichtung von entscheidender Bedeutung. Ob der Raum eher zweckmäßig mit wahllos aufgestellten, funktionsbezogenen Gegenständen &#8220;gefüllt&#8221; oder aber bis ins kleinste Detail feinfühlig dekoriert wird, entscheidet über den ersten Eindruck und bestimmt, ob Bewohner und Besucher sich wohl fühlen werden. Außerdem ist die Einrichtung auch repräsentatives Element und spiegelt die Einstellung, die soziale Stellung und die Vorlieben der Besitzer wider.</p>
<p>Nicht anders verhält es sich mit Text. Hier steht eine differenzierte Sprache für Niveau, Kultiviertheit und Lebensgefühl.<br />
Ein guter Text unterscheidet sich von einem durchschnittlichen oder schlechten Text also nicht dadurch, dass die primitivsten Gebote der Höflichkeit eingehalten werden, und Sprachniveau ist nicht auf den Verzicht auf Rüpeleien beschränkt. Wer Rechtschreibung als Qualitätsmerkmal für einen Text zur Sprache bringt, würde den Immobilienmakler wahrscheinlich fragen, ob in der Wohnung auch wirklich eine Toilette vorhanden ist oder das Haus ein Dach hat.<br />
Vereinfacht ausgedrückt: Sprache darf dann als differenziert aufgefasst werden, wenn Wortwahl und Satzbau ungeachtet des eigenen Geschmacks von einem breiten, kultivierten, anspruchsvollen Wortschatz und einem Sinn für subtile Nuancen und fein schattierte Unterscheidungen in der Synonymik zeugen.</p>
<p>Die Verbindung von Strukturen – dem Grundriss einer Wohnung und der Gliederung eines Textes – und individueller, ausgesuchter Einrichtung – stilvoller Möblierung und Dekoration und gehobenem Sprachniveau – entscheidet bei Immobilien und Text gleichermaßen über den Marktwert. Minimalanforderungen sollten nur für diejenigen eine Rolle spielen, die sich für gewöhnlich mit eben solchen begnügen.</p>
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		<title>TextLoft übernimmt keine SEO-Arbeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:50:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Wunsch, die eigene Seite ganz oben in den Listen der Suchmaschinen vorzufinden, ist weniger der Eitelkeit geschuldet als der Sehnsucht nach wirtschaftlichem Erfolg. Interessenten machen sich nur selten die Mühe, bis zur letzten Seite der Ergebnisse zu blättern. Will man also die Aufmerksamkeit stöbernder potenzieller Kunden erwecken, scheint es ratsam, so schnell wie möglich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wunsch, die eigene Seite ganz oben in den Listen der Suchmaschinen vorzufinden, ist weniger der Eitelkeit geschuldet als der Sehnsucht nach wirtschaftlichem Erfolg. Interessenten machen sich nur selten die Mühe, bis zur letzten Seite der Ergebnisse zu blättern. Will man also die Aufmerksamkeit stöbernder potenzieller Kunden erwecken, scheint es ratsam, so schnell wie möglich ins Blickfeld zu geraten. Damit genau das geschieht, gibt es Möglichkeiten, die Homepage so zu gestalten, dass Suchmaschinen sie bevorzugt erfassen. Zu diesem als Suchmaschinenoptimierung oder SEO bezeichneten, so mysteriös klingenden Ziel führen hauptsächlich drei Wege: die Gliederung der Seite, die Textlänge und der Textinhalt.<br />
Was sich in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Suchmaschinenoptimierung">Beschreibung</a> noch immer recht kryptisch anhört, ist eigentlich gar nicht so schwierig: je verschachtelter die Seite gegliedert ist, je länger der Text ausfällt und je häufiger sich bestimmte Begriffe, Ausdrücke und ganze Satzsequenzen wiederholen, um so höher steht die Seite im sogenannten Ranking.</p>
<p>Nach rein stilistischen Maßstäben sollte die Gliederung eines Textes in erster Linie Sinnabschnitte von einander trennen und dadurch die Klarheit und Lesbarkeit des Inhalts unterstreichen und verdeutlichen. Die Frage stellt sich also, wie beide Ansätze in Verbindung gebracht werden können.</p>
<p>Am Beispiel der Homepage <a href="http://www.textloft.de">www.textloft.de</a> lassen sich Sinn und Zweck einer Suchmaschinenoptimierung am besten in der Praxis erklären.</p>
<p>Betrachtet man die Seite, fällt es nicht schwer, auf Anhieb die nötigen Informationen zu finden. Die Startseite erklärt, wie Namensgebung und Unternehmensziel zu verstehen sind. Die anderen Menüpunkte klären der Reihe nach in jeweils 10 bis 12 Zeilen die Fragen des Angebots, des Kundenkreises, der Preisgestaltung und der Qualitätsauffassung, und vermitteln die gesetzlich und kaufmännisch notwendigen Angaben, schließlich folgt ein Link zu diesem Blog. Optisch ist die Gliederung wie folgt zusammenzufassen:<br />
<a href="http://www.dasblog.textloft.de/wp-content/uploads/2010/03/liste-01-300x277.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-424" title="liste-01-300x277" src="http://www.dasblog.textloft.de/wp-content/uploads/2010/03/liste-01-300x277.jpg" alt="" width="300" height="278" /></a></p>
<p>Wäre diese Seite für Suchmaschinen optimiert, könnte bzw. müsste die Gliederung in etwa so aussehen:<br />
<a href="http://www.dasblog.textloft.de/wp-content/uploads/2010/03/liste-02-572x1024.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-425" title="liste-02-572x1024" src="http://www.dasblog.textloft.de/wp-content/uploads/2010/03/liste-02-572x1024.jpg" alt="" width="500" height="894" /></a></p>
<p>Eine solche Gliederung ist so detailliert, dass sie mit dem eigentlichen Firmenkonzept von TextLoft überhaupt nicht vereinbar ist. Sie ist nicht Stimmungsbild, sie ist Ansammlung von Selbstverständlichkeiten. Sie zeigt weder, dass TextLoft zu prägnanten, klaren Texten fähig ist, noch vermittelt sie den Eindruck puristischer Strukturen, die für Namensgebung und Firmenidee Pate gestanden haben. Ganz im Gegenteil. Hier wird keine Ordnung in Gedanken und Informationen geschaffen, hier wird zu Tode zerstückelt.<br />
Eine so aufgebaute Homepage würde sich in den Rankings recht weit oben finden – auf Kosten des Sinns des Unternehmens, der in diesem verworrenen Geflecht regelrecht erstickt würde.</p>
<p>Dieses Gerüst wäre dann mit entsprechenden Inhalten zu füllen, die ebenso der SEO zuliebe so ausführlich wie möglich sein sollten. Anstatt zehn Zeilen zu lesen, müsste sich der Besucher durch etwa dreißig Zeilen für jeden einzelnen Punkt regelrecht quälen, ohne letztlich überhaupt mehr Inhalt erhalten zu haben.<br />
Dabei müssten sich die Begriffe &#8220;Texter&#8221;, &#8220;Textarbeit&#8221;, &#8220;PR-Arbeit&#8221;, &#8220;Imagetexte&#8221;, &#8220;Qualität&#8221; und noch einige mehr so oft wie möglich wiederholen.</p>
<p>Das krampfhafte Einbauen festgelegter Satzsequenzen hat mit Kreativität wenig zu tun. Es ist eher &#8220;Malen nach Zahlen&#8221;, oder &#8220;nach Bausatz zusammenbasteln&#8221;: Für den Laien eine nette Möglichkeit, sich ein &#8220;künstlerisches&#8221; Erfolgserlebnis zu verschaffen – für professionelle Künstler oder seriöse Architekten gehören solche Aufgaben nicht zum Berufsbild.<br />
Dass Wiederholungen in einem Text grundsätzlich als Schwäche zu betrachten sind, lernt jedes Kind spätestens beim Schulaufsatz. Und auch wenn sie sich in der Praxis nicht immer verhindern lassen oder thematisch manchmal sogar notwendig sind (etwa die Begriffe &#8220;Text&#8221; oder &#8220;SEO&#8221; in diesem Artikel), können sie kaum als erstrebenswert aufgefasst werden. Doch genau darin besteht SEO-Arbeit: in der künstlichen, zwanghaften und bewussten Einfügung ständiger Wiederholungen, die wie lauter hysterisch geschwenkte Wimpel die Aufmerksamkeit eines jeden erwecken sollen. Wer so bedingungslos im Mittelpunkt stehen will, hat entweder tiefe persönliche Probleme, oder er weiß einfach, dass er mit mehr nicht zu beeindrucken vermag – erst recht nicht mit den eigenen Werten. IT-Girls aller Art sind hierfür ein perfektes Beispiel.</p>
<p>Im Grunde und trotz der rätselhaften Aura, mit denen sich SEO-&#8221;Fach-&#8221;leute gerne umgeben, um die eigene Existenz zu begründen, ist das System leicht zu definieren: SEO bedeutet Masse statt Klasse.<br />
Es geht darum, die Aufmerksamkeit des Mainstreams zu erregen, und das um jeden Preis, wie IT-Girls es eben tun. Einfachheit, quantitative Übersättigung und bedingungslose Anbiederung sind die Instrumente. In Antinomien ausgedrückt stehen auf der einen Seite die Boulevard-Zeitungen und die Lebensmitteldiscounter, auf der anderen der kleine feine Buchladen und das Feinkostgeschäft.</p>
<p>Stilistische Kriterien, nach denen ein Text als hochwertig angesehen werden darf, sind in erster Linie eine leicht erfassbare und logisch aufgebaute Gliederung, eine differenzierte, niveauvolle Sprache, systematische Prägnanz und Kontextbezogenheit. Künstlich herbeigeführte Verschachtelungen und Verlängerungen gehören nicht dazu, bzw. stehen in krassem Gegensatz dazu.</p>
<p>Wer seine Homepage so gestalten will, dass die breite Masse angesprochen wird, sollte das tun. Es ist ein legitimer und wirtschaftlich nachvollziehbarer Ansatz. Dass man damit reich werden kann, beweist die BILD-Zeitung jeden Tag aufs Neue, und auch die IT-Girls blicken auf prall gefüllte Bankkonten.<br />
Dazu sind keine sorgfältig in Harmonie gebrachten Töne, keine Subtilität, kein Feingefühl nötig. Die quantitative Keule und ausreichend Gemeinplätze genügen hier völlig. Die Aussagen sind in der Zahl überschaubar, im psychologischen Sinne des Wortes schlicht, und sie werden so lange wiederholt, bis auch wirklich jeder sie gehört und verstanden hat.<br />
Hierfür ist SEO-Arbeit ideal. Wer sich etwa auf dem Markt der Unterhaltungstechnik an den Endverbraucher wendet oder in den Bereichen Autoindustrie, Metallverarbeitung, Maschinenbau oder Finanzdienstleitung tätig ist, tut sicher gut daran, eine Ansprache zu wählen, die diesen Zielgruppen textlich entspricht.<br />
Wer auf SEO Wert legt, würde in den Gelben Seiten vergleichsweise eine Firmierung wählen, die mit &#8220;A&#8221; oder &#8220;1&#8243; beginnt, und das größte überhaupt mögliche Anzeigenformat wählen, damit der Platz am Anfang der Branchenliste auf jeden Fall gesichert ist – Auffallen ist Trumpf, koste es, was es wolle. Es gibt tatsächlich Firmen, die genau das tun.</p>
<p>Das Unternehmensziel von TextLoft ist es, imagegründende sowie bilder- und stimmungerschaffende Texte anzubieten, die man regelrecht sinnlich erfassen und erleben kann. Der Vergleich mit Innenaustattern und der Luxusindustrie wurde in diesem Blog und in den Pressekampagnen im Überfluss bemüht, denn er macht am besten deutlich, was TextLoft anbietet und was nicht.<br />
Es ist im TextLoft nicht Firmenpolitik, für Geld Texte aller Art für jeden Bedarf und jede beliebige Zielgruppe und auf jedem noch so niedrigen Niveau zu schreiben.</p>
<p>TextLoft wendet sich an Kunden, die über ihre Texte demonstrieren wollen, wer sie sind, die ihre Einzigartigkeit im Vergleich zum besagten Mainstream als Kriterium des Selbstverständnisses auffassen, und deren Wunsch es ist, gezielt und präzise ganz bestimmte Interessentengruppen auch durch einen qualitativ ungewöhnlichen Text für sich zu gewinnen, indem sie in deren Köpfen bestimmte Bilder und Assoziationen hervorrufen.</p>
<p>TextLoft malt nicht nach Zahlen und bastelt keine fertigen Bausätze zusammen. Das kann schließlich jeder.<br />
TextLoft betätigt sich nicht in der Förderung von IT-Girls.<br />
TextLoft komponiert Vorstellungen und Erlebniswelten, kreiert Atmosphären und Lebensrahmen, erschafft auf der sichtbaren Ebene des Textes die Geschäftsidee neu.</p>
<p>TextLoft geht es nicht darum, das zu schreiben, was viele andere auch schreiben könnten, und damit viel Geld zu verdienen.<br />
Es geht um die Erbringung einer einzigartigen, maßgeschneiderten Leistung. Aus diesem Grunde lehnt TextLoft SEO-Aufträge trotz ihres unbestrittenen finanziellen Reizes grundsätzlich ab.<br />
Es geht um Textethik und Treue zu stilistischen Qualitätsprinzipien.<br />
Es geht um Selbsttreue.</p>
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		<title>Gestohlene Stunden</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:08:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der nummerisch letzte offene Auftrag wurde am Vortag abgeschickt, der Kunde ist zufrieden und hat sich bedankt, das Loft strotzt vor Glanz und Sauberkeit, der Wäschekorb ist leer, die Buchhaltung ist auf dem denkbar aktuellsten Stand, die laufende Werbekampagne ist gerade abgeschlossen, die neuen Blogartikel sind bereits online, auch die private Korrespondenz ist erledigt – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der nummerisch letzte offene Auftrag wurde am Vortag abgeschickt, der Kunde ist zufrieden und hat sich bedankt, das Loft strotzt vor Glanz und Sauberkeit, der Wäschekorb ist leer, die Buchhaltung ist auf dem denkbar aktuellsten Stand, die laufende Werbekampagne ist gerade abgeschlossen, die neuen Blogartikel sind bereits online, auch die private Korrespondenz ist erledigt – nun beginnt die Zeit der gestohlenen Stunden.<br />
Es ist für einen Freiberufler die wahrscheinlich schönste Zeit überhaupt. Der nächste Anruf, die nächste eMail und somit der nächste Auftrag werden nicht lange auf sich warten lassen. Aber bis dahin darf der losgelöste Raum nach Herzenslust gefüllt und genossen werden. Es ist die Gelegenheit, wieder gierig Seite um Seite zu lesen, zum Strickzeug zu greifen, oder anderes vermeintlich Sinnloses zu tun. Diese Arbeit und Pflichten abgerungenen Stunden sind die freiesten und erholsamsten, die man sich vorstellen kann.</p>
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		<title>Blog Awards der Deutschen Welle - TextLoft bewirbt sich</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 12:46:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gefällt Ihnen dieses Blog?
Dann sollten Sie ab dem 15. März auf  abstimmen.
Geben Sie als Suchbegriff &#8220;TextLoft&#8221; ein, klicken Sie auf die Detailseite und stimmen Sie für TextLoft ab.
Danke an alle Leser.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gefällt Ihnen dieses Blog?<br />
Dann sollten Sie ab dem 15. März auf <a href="http://www.thebobs.com/" target="_blank"><img src="http://www.thebobs.com/bob.obj/1219754656770157OFLTIQXT.gif" border="0" alt="THE BOBs"></a> abstimmen.<br />
Geben Sie als Suchbegriff &#8220;TextLoft&#8221; ein, klicken Sie auf die Detailseite und stimmen Sie für TextLoft ab.<br />
Danke an alle Leser.</p>
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		<title>Die Mär von den Referenzen – Teil II: Ratgeber für die Auftragserteilung</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 14:58:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Um den richtigen Freelancer auszusuchen gibt es nur einen Weg, der über drei Stufen geht.
1. Recherchieren
Ist über die Gelben Seiten, eine Texter-Plattform oder Foreneinträge bereits eine erste Auswahl von potenziellen Auftragnehmern getroffen worden, sollte nun – so viel Zeit sollte ein guter Text schon wert sein - ein wenig recherchiert werden. Einen Texter danach aussuchen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um den richtigen Freelancer auszusuchen gibt es nur einen Weg, der über drei Stufen geht.</p>
<p><strong>1. Recherchieren</strong><br />
Ist über die Gelben Seiten, eine Texter-Plattform oder Foreneinträge bereits eine erste Auswahl von potenziellen Auftragnehmern getroffen worden, sollte nun – so viel Zeit sollte ein guter Text schon wert sein - ein wenig recherchiert werden. Einen Texter danach aussuchen, dass einer seiner in einer Datenbank angekreuzten Wunschbereiche dem eigenen Bedarf entspricht, ist bei weitem nicht genügend.</p>
<p>Zunächst sollte natürlich die Internetpräsenz besucht und beurteilt werden. Dies betrifft den Text, aber auch die ästhetischen Aspekte der Seite: Layout, Abbildungen, Schriftart sind vom Texter bewusst eingesetzt worden, weil sie seiner Persönlichkeit, seinem Geschmack, seiner Einstellung zu seiner Arbeit entsprechen und sie widerspiegeln.<br />
Es ist auch nicht überflüssig, sich zu fragen, warum der Texter seine Homepage oder sein Unternehmen wie genannt hat. Der Name ist Programm, und in der Tat ist ein Text nichts anderes als die Umsetzung einer ästhetischen Idee in Begriffe der Stilistik. Besteht zum Beispiel zwischen dem gewählten Firmennamen und dem Inhalt der Homepage kein wirklicher Zusammenhang, ist zweifelhaft, ob der Texter dazu in der Lage ist, Texte seiner Kunden überhaupt zu strukturieren und einem roten Faden zu folgen.<br />
Wirkt die Homepage unsympathisch oder nichts sagend, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Persönlichkeit des Kunden mit derjenigen des Texters nicht harmoniert, und der Kunde wird die Texte nicht mögen. Ist der Kunde beim Anblick und Lesen der Homepage nicht gleichermaßen von der textlichen Argumentation, der Geschäftsidee und den ästhetischen Werten vollständig überzeugt und begeistert, ist er nicht am Ziel und sollte weitersuchen. Hat er das Gefühl, genau das gefunden zu haben, was er sucht, sollte er sich vor einer Kontaktaufnahme kundig machen.</p>
<p>Dank des Online-Zeitalters ist es heute ohne Weiteres möglich, sich sehr schnell ein Bild des Unternehmens und der Person zu machen, indem man sowohl die Firmenbezeichnung als auch den Personennamen schlichtweg googlet. So werden Ausbildung und besondere Fähigkeiten, aber auch bewusst gesetzte Schwerpunkte transparenter.</p>
<p><strong>2. Lesen</strong><br />
Ein guter Texter hat mindestens ein Blog und eine online zugängliche Pressemappe. Die Pressemappe ist ein wichtiger Bauteil in der Selbstdarstellung des Texters und seines Unternehmens. So ist es ratsam, sie vollständig zu lesen. Das Blog wiederum verrät Einzelheiten über Arbeitsauffassung und Qualitätsmaßstäbe, und es sollten zumindest ein Dutzend Artikel zu verschiedenen Themen gelesen werden.</p>
<p><strong>3. Probetext</strong><br />
Nichts in Lebenslauf, Referenzen und Veröffentlichungen kann und darf als Garantie dafür aufgefasst werden, dass die Zusammenarbeit reibungslos und erfolgreich verlaufen wird. Der Interessent sollte immer einen Probetext zu seinem ganz eigenen Anliegen in Auftrag geben. So können sowohl Preis-/Leistungsverhältnis, Kundenfreundlichkeit, Flexibilität und terminliche Zuverlässigkeit als auch das kaufmännische Grundverhalten getestet werden. Millionen Frauen können Kosmetikprodukte einer bestimmten Marke mit Begeisterung verwenden, während genau so viele Verbraucherinnen diese Cremes wahrscheinlich nicht einmal auftragen würden, wenn sie ihnen geschenkt würden. Ebenso kann ein Texter bereits hunderte Aufträge für Tischlereien ausgeführt haben. Wenn er den Geist Ihrer ganz persönlichen Tischlerei nicht begreift oder nicht in der Lage ist, ihn nach Ihrem Geschmack umzusetzen, nützt Ihnen die in einer Referenzliste zur Schau gestellte Zufriedenheit anderer überhaupt nichts. </p>
<p>Firmennamen, Logos und werbewirksam aufgeblähte Projektbezeichnungen auftürmen kann jeder. Ihr Texter aber sollte schreiben können.</p>
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		<item>
		<title>Die Mär von den Referenzen – Teil I: Erkenntnisse aus der Praxis</title>
		<link>http://www.dasblog.textloft.de/?p=359</link>
		<comments>http://www.dasblog.textloft.de/?p=359#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 14:57:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Interessenten fragen mich oft nach Referenzen. 
Dies kann drei Gründe haben, die mitunter auch gemeinsam auftreten.
1. Negative Erlebnisse haben das Vertrauen in Texter überhaupt erschüttert.
In der Tat: Das Angebot ist groß, die Qualität ist in 95 % der Fälle so erbärmlich, dass auch ich mich bei einem Blick auf die sogenannten &#8220;Kollegen&#8221; nicht selten frage, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Interessenten fragen mich oft nach Referenzen. </p>
<p>Dies kann drei Gründe haben, die mitunter auch gemeinsam auftreten.</p>
<p><em>1. Negative Erlebnisse haben das Vertrauen in Texter überhaupt erschüttert.</em><br />
In der Tat: Das Angebot ist groß, die Qualität ist in 95 % der Fälle so erbärmlich, dass auch ich mich bei einem Blick auf die sogenannten &#8220;Kollegen&#8221; nicht selten frage, wie solche Dienstleister überhaupt einen Kundenkreis aufbauen, geschweige denn behalten konnten. Dass beinahe jeder, der regelmäßig Texte benötigt, mindestens einen schlechten Texter, wenn nicht sogar mehrere beauftragt hat, ist also kaum zu vermeiden. Hat ein Kunde schon einmal unangenehme Erfahrungen in Bezug auf Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit oder Preis-/Leistungsverhältnis gemacht, wird er natürlich vorsichtig, das ist nur verständlich. Die Angabe von Kundennamen und Projektbeispielen soll als greifbare Garantie fungieren.<br />
<em>2. Referenzen sollen Qualität demonstrieren.</em><br />
Wenn der Kunde sich nicht zutraut, die Qualität von Texten selbst zu beurteilen, baut er zu seiner eigenen Beruhigung ein psychologisches Konstrukt auf, das in etwa so funktioniert: &#8220;Wenn viele und bekannte Kunden diesen Texter beschäftigen, dann wird er schon gut sein&#8221;.<br />
<em>3. Nur erfahrene Texter sind gute Texter.</em><br />
Langjähriges selbständiges Arbeiten – und damit meint der Interessent nicht zuletzt die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit – wird zum einen als Erfolgsnachweis interpretiert, zum anderen wird bei Anfängern oft mangelnde Organisationsfähigkeit und unzureichende kaufmännische Kenntnisse, und infolgedessen Überforderung befürchtet.</p>
<p>In Wirklichkeit ist das krampfhafte Festhalten an Referenzenangaben nicht halb so effektiv, wie der Interessent es gerne glauben möchte. Es ist ganz im Gegenteil in mehr als einer Hinsicht kontraproduktiv: Gerade schlechte Texter können durch Referenzen erfolgreich über die eigene Unfähigkeit hinwegtäuschen  – und dies liegt wiederum in der Natur der Sache selbst.</p>
<p>Referenzen werden entweder als Namenslisten oder als Projektlisten aufgeführt. Oft erscheinen hier sogar die hereinkopierten Logos großer Firmen und Konzerne. Recherchiert man über die nicht unumstrittene, aber wohl weltbekannteste Suchmaschine Begriffe wie &#8220;Texter&#8221; und &#8220;BMW&#8221; etwa, stellt sich schnell heraus, dass über 30.000 Texter in Deutschland behaupten, den großen deutschen Automobilhersteller zu ihren Kunden zu zählen.<br />
Wie ist das möglich?<br />
Nun, es gibt mehrere Möglichkeiten. Einige von ihnen arbeiten vielleicht tatsächlich als Freelancer für BMW. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings nicht sehr groß und diese Vorstellung sollte auf Skepsis stoßen, denn ein solches Unternehmen wird sich nur in seltenen Fällen an einen einzelnen Selbständigen wenden, der vom Wohnzimmer aus arbeitet, und wird es sicher vorziehen, Text-, Werbe- und Layoutleistungen sowie filmische Umsetzung für TV-Spots aus einer Hand zu beziehen. Hierfür werden große Agenturen beauftragt, die ausreichende Kapazitäten haben, um dem Konzern dauerhaft eine umfangreiche Mannschaft zur Verfügung stellen können und ihn auch kaufmännisch zu umgarnen. Es ist also eher zu vermuten, dass diese Texter als Zulieferer für eine der vielleicht 2 bis 5 leistungsfähigen Agenturen tätig sind, die BMW regelmäßig beauftragt, oder dass sie sogar in der Vergangenheit als Trainee oder Junior-Texter in einer dieser Agenturen angestellt waren und sich nun mit Texten schmücken, die sie letztlich nicht einmal vollständig in Eigenverantwortung geschrieben haben. Oder vielleicht haben sie einfach eines Tages an einem runden Tisch gesessen, an dem sie mit 20 anderen durch Brainstorming einen Claim entwickelt haben. Gelogen sind solche Angaben ja nicht, denn diese Texter haben wirklich einmal dazu beigetragen, Texte für BMW zu kreieren, und wurden dafür bezahlt, und doch – das schöne Land am Bosporus möge mir verzeihen, wenn ich hier ausnahmsweise und der Bildhaftigkeit zuliebe alte und politisch unkorrekte Klischees bediene – arg getürkt und durchaus ein wenig hinter der Grenze der Redlichkeit.</p>
<p>Nicht nur Listen von Firmennamen und Logos sollten mit Vorsicht betrachtet werden. Projektbezeichnungen können ebenso gekonnt aufgebauscht werden – nicht umsonst ist man Texter und weiß, mit Worten auch dann einen guten Eindruck zu erwecken, wenn es im Grunde gar nichts zu verkaufen gibt. Wenn sich hinter der Bezeichnung &#8220;Entwicklung eines Werbe- und PR-Textes für XY&#8221; ein Zweizeiler zur Veröffentlichung in einer örtlich kostenlos verteilten Werbezeitung verbirgt, sagt dies wenig über die stilistischen Fähigkeiten des Texters aus.<br />
Auch wenn die Projektbeschreibung ausführlicher und stimmig ist, sind weder die Kundenzufriedenheit noch der tatsächliche Umfang und die Umstände des Auftrags, geschweige denn die kaufmännische Zuverlässigkeit wirklich zu prüfen. Dass der Text geschrieben und bezahlt wurde, bedeutet nicht einmal, dass oder wie lange er überhaupt verwendet wurde.</p>
<p>Auch das Argument der langjährigen Erfahrung ist im Textbereich in höchstem Maße widersinnig. Für jeden Texter ist jeder Themenbereich irgendwann neu oder neu gewesen. Gute Texter nehmen aber intuitiv nur Aufträge an, die ihnen aus eigenem Interesse affin sind, und sie sind durch ihre Ausbildung in der Lage, sich in jedes Thema angemessen einzuarbeiten. Auskunft darüber sollte nicht eine vermeintliche Kundenliste geben, sondern das Zielportfolio des Texters, in dem er angibt, für welche Branchen er arbeiten möchte.<br />
Ebenso ist die Furcht vor Anfängern in vielerlei Hinsicht lächerlich. Anfänger arbeiten im allgemeinen sehr sorgfältig, gerade weil sie Kunden binden müssen, sind zeitlich flexibler, kundenfreundlicher, was etwa Besprechungen außerhalb der üblichen Arbeitszeiten betrifft, und sind zudem noch nicht der stilistischen Routine verfallen – der Kunde läuft bei ihnen nicht Gefahr, das zu bekommen, was bereits vielen anderen verkauft wurde und werden wird. Festgefahrene Formulierungen, die für jeden zweiten Kunden immer wieder durch die Nudelmaschine gejagt werden, bis sie zu platt sind, um aussagekräftig zu sein, kommen bei ihnen nicht vor, denn sie widmen sich jedem Auftrag mit großer Leidenschaft.<br />
Kaufmännische Mängel, fehlendes Organisationstalent und Unzuverlässigkeit finden sich außerdem viel eher bei langjährigen, vermeintlich arrivierten Freelancern, die meinen, sich in diesen Bereichen keine Mühe mehr geben zu müssen, ihre Strukturen meist nicht erneuern und ihre Machtposition dem Kunden gegenüber ausnutzen. Wenn ein Anfänger kaufmännisch und organisatorisch Unzulänglichkeiten offenbart, dann werden sich diese durch seine gesamte Laufbahn ziehen, und er wird auch nach 30 Jahren Berufserfahrung nicht gelernt haben, solche Dinge zufriedenstellend zu handhaben – er ist einfach als Selbständiger ungeeignet, und das hat nichts mit seinem Alter zu tun.</p>
<p>Sind Referenzen also etwa in industriellen Bereichen durchaus als Auswahlkriterium wichtig, führen sie im Textbereich eher dazu, dass der Kunde sich für den falschen Ansprechpartner entscheidet.</p>
<p>Wenn Interessenten sich an TextLoft wenden und nach Referenzen fragen, lehne ich es meistens ab, ihnen überhaupt ein Angebot zukommen zu lassen: Nicht weil ich keine entsprechenden Projekte vorzuweisen hätte, sondern weil dies nicht relevant ist und sein darf. Ich arbeite grundsätzlich nur mit Kunden zusammen, die aus Begeisterung für meine Texte und meine textästhetsichen Vorstellungen den Weg zu mir gefunden haben. Interessenten, denen Referenzen wichtig sind, kommen nicht zu TextLoft, weil sie davon überzeugt sind, an der richtigen Adresse zu sein, sondern sie rufen der Reihe nach und undiffierenziert alle Texter an, die &#8220;irgendwie&#8221; aus welchen Gründen auch immer in Frage kommen könnten. Oft stellt sich heraus, dass sie nicht einmal in der Lage sind, zu sagen, wie sie TextLoft entdeckt haben und was sie motiviert hat, Kontakt aufzunehmen. Sie wollen noch überredet werden – das ist keine Basis für eine Zusammenarbeit. Beurteilt werden sollen nicht meine Kundenkartei und meine Telefonstimme, sondern meine stilistischen Fähigkeiten.</p>
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		<title>Dieser seltsame Name</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 17:03:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Giovanni di Lorenzo wurde als Sohn eines Italieners in Stockholm geboren, wuchs zweisprachig auf und erhielt 2006 den Medienpreis für Sprachkultur – eine Auszeichnung, die für besondere Verdienste um Sprachniveau und Sprachkultur in den deutschen Medien verliehen wird. Marcel Reich-Ranicki kam in Włocławek zur Welt und ist wohl der bekannteste deutschsprachige Literaturkritiker. Auch sein berühmtes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Giovanni di Lorenzo wurde als Sohn eines Italieners in Stockholm geboren, wuchs zweisprachig auf und erhielt 2006 den Medienpreis für Sprachkultur – eine Auszeichnung, die für besondere Verdienste um Sprachniveau und Sprachkultur in den deutschen Medien verliehen wird. Marcel Reich-Ranicki kam in Włocławek zur Welt und ist wohl der bekannteste deutschsprachige Literaturkritiker. Auch sein berühmtes Lispeln und das von Kabarettisten so geschätzte rollende &#8220;R&#8221; tun daran keinen Abbruch.<br />
Herta Müller bekam 2009 als deutsche Schriftstellerin den Nobelpreis für Literatur, und auch wenn über diese Entscheidung viel zu sagen wäre, hat ihr auffälliger rumänischer Akzent dabei jedenfalls keine Rolle gespielt.<br />
Mircea Eliade schrieb seine Bücher so fließend auf Rumänisch wie auf Französisch, Deutsch, Englisch oder Italienisch, und die stilistische Perfektion, die er in jeder dieser Sprachen zeigte, verblüffte die Lektoren immer wieder aufs Neue.<br />
Milan Kundera, der nach wie vor einen tschechischen Pass besitzt, gilt nicht zuletzt als französischsprachiger Autor und empfindet sich auch als solcher.<br />
Diese Liste ließe sich endlos fortführen.<br />
Am Anfang des 21. Jahrhunderts sollte dies kaum verwundern. Grenzen werden immer fließender, auch Lebens- und Sprachwege öffnen sich vielfältig.<br />
Doch ganz so einfach ist es offenbar nicht, und Vorurteile halten sich trotz solcher und weiterer zahlloser Erfolgsgeschichten hartnäckig. Ausländische Namen generieren Zweifel und Misstrauen, erst recht, wenn es um Sprachqualität geht. Kann jemand, der so heißt, wirklich &#8220;Gutes Deutsch&#8221; schreiben? Oder Deutsch überhaupt?<br />
Im TextLoft ist das Problem nur zu gut bekannt. Etwa ein Drittel der Anfragen scheitert an der Namensangabe im Impressum.<br />
Martine? Und auch noch Paulauskas? Na, das kann ja nichts sein!<br />
Nun, ich trage einen französischen Vornamen. Wie viele Janines, Pascals und Marcells auch, deren Eltern - wenn auch erst eine oder zwei Generationen nach meiner - aus welchen Gründen auch immer der Verführung einer zugegebenermaßen geschmacklich fragwürdigen Modeerscheinung erlegen sind. Und mein inzwischen längst verstorbener Schwiegervater war litauischer Herkunft. Beides zusammengenommen bedeutet in der Textbranche ein Handicap.<br />
Sollte ich zu einem Pseudonym greifen, um Kundschaft um jeden Preis zu gewinnen? Möglicherweise wäre es ein marketingstrategisch kluger Zug. Und doch halte ich es nicht für notwendig oder wünschenswert.<br />
Meine Texte sollen für mich sprechen. Nicht die befremdliche Kombination meines Vor- und Nachnamens. Auch wenn es immer Interessenten geben wird, die dies nicht begreifen werden.</p>
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		<title>Papier – Tinte – Schrift in neuem Gewand</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 13:56:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seit dem 24. Januar präsentiert sich das Magazin PAPIER – TINTE – SCHRIFT in neuem Design. Das ruhigere Erscheinungsbild soll die Lesbarkeit der Artikel verbessern, die chronologische Einordnung eindeutiger verdeutlichen, sowie die Bearbeitung erleichtern und somit eine schnellere und häufigere Veröffentlichung ermöglichen.
Den Lesern wünscht TextLoft weiterhin viel Vergnügen.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem 24. Januar präsentiert sich das Magazin <a href="http://www.papier-tinte-schrift.textloft.de">PAPIER – TINTE – SCHRIFT</a> in neuem Design. Das ruhigere Erscheinungsbild soll die Lesbarkeit der Artikel verbessern, die chronologische Einordnung eindeutiger verdeutlichen, sowie die Bearbeitung erleichtern und somit eine schnellere und häufigere Veröffentlichung ermöglichen.<br />
Den Lesern wünscht TextLoft weiterhin viel Vergnügen.</p>
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		<title>Das private Tagebuch</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 14:52:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Semainier zu meiner Linken ist voll davon: leere Tagebücher. Einige wurden mir geschenkt, weitere kaufe ich jedes Jahr aufs Neue, als wäre mein Vorrat schon erschöpft oder drohe Gefahr, für die kommenden Monate nicht mehr zu genügen. Mittlerweile sind es dutzende, oft prachtvolle Hefte und Bücher, einige von ihnen in Leder gebunden, die sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Semainier zu meiner Linken ist voll davon: leere Tagebücher. Einige wurden mir geschenkt, weitere kaufe ich jedes Jahr aufs Neue, als wäre mein Vorrat schon erschöpft oder drohe Gefahr, für die kommenden Monate nicht mehr zu genügen. Mittlerweile sind es dutzende, oft prachtvolle Hefte und Bücher, einige von ihnen in Leder gebunden, die sich immer höher auf den gläsernen Regalböden türmen.<br />
Es gibt gute Gründe dafür, sie nicht anzurühren. Die kostbarsten – meist Geschenke lieber Menschen, die meine Leidenschaft für das Schreiben kennen - sind eben das: kostbar und Geschenke lieber Menschen. Sie zu entweihen, kommt mir zwar in der Tat zuweilen in den Sinn. Ich berühre sie, befühle sie, der unbändige Schreibdrang stellt sich ein … und lege sie beinahe erschrocken und erleichtert zugleich an ihren Platz zurück, als hätte ich um ein Haar eine Sünde begangen. Sie sind viel zu schön, viel zu edel für meine nichtigen Gedanken, erst recht für meine fragwürdige Handschrift. Und wäre der erste Schritt erst getan, gäbe es ja kein Zurück mehr, es wäre nicht wiedergutzumachen. Sie wären unwiederbringlich benutzt – und sie sind doch so wunderschön in ihrer duftenden Jungfräulichkeit, in der Verheißung ihrer weißen, sinnlich weichen Seiten.<br />
Neben der Furcht vor der ästhetischen Vergewaltigung der wertvollsten Exemplare spielen aber durchaus Verlustängste eine Rolle. Die weniger Respekt einflößenden Hefte könnten als Tage- oder Notizbuch durchaus für den alltäglichen Gebrauch taugen, aber es ist die Angst, sie als Material, als Potenzial, als Sicherheit nicht mehr zu haben, ein ähnliches Stück nicht mehr zu finden, die das erste Wort oder auch nur das Festlegen einer Bestimmung hemmt und zurückhält.<br />
Manchmal kommt ein Tag der Kühnheit. Resolut wird eine viel zu lange aufbewahrte Kladde, deren Papier bereits gefährlich altert und möglicherweise nicht mehr lang beschrieben werden kann, rettend aus dem Schrank geholt und einem unausweichlichen Zweck zugeführt. Nicht selten folgt auf dem Fuße das schlechte Gewissen, etwas verbrochen zu haben, eigennützig und ungerechtfertigt verschwendet zu haben – tagelange Schuldgefühle sind der Preis für das gewagte Unterfangen.<br />
Erst wenn ein Heft vollständig beschrieben ist, verliert sich endlich diese zu persönliche Beziehung, und es kann durchaus vorkommen, dass es den Weg aller Papiererzeugnisse findet, und sein Schicksal gnaden- und herzlos in die blaue Recyclingtonne führt, wenn es nicht mehr gebraucht wird. Papier ist glücklicherweise geduldig.<br />
Eine andere Art der Selbstüberlistung besteht darin, das Buch nicht für mich selbst, sondern für andere zu verwenden, es mit Texten, Collagen und Zeichnungen zu füllen und dann sozusagen als &#8220;Gesamtkunstwerk&#8221; und Mitbringsel zu verschenken. Dieser goldene Kompromiss führt die wertvollen Seiten aus ihrem Schattendasein und lässt sich dennoch mit der Verweigerung eines selbstorientierten Genießens vereinbaren.<br />
Und dennoch – der Semainier wird und wird nicht leer, und der tröstende Duft aus Papier, Leder und Leim, der sich mit dem des Holzes und des Wachses vermischt, wirkt beruhigend wie ein für schlechte Zeiten prall gefülltes Bankkonto.<br />
Aber eines Tages werde ich es führen, mein privates Tagebuch. Bestimmt.</p>
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		<title>Grün auf schwarz</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 14:51:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als ich sie zum ersten Mal bemerkte, war es bereits am späten Abend, und die Terrasse, die den Töpfchengarten beherbergt, war in Dunkel getaucht. So hielt ich die zwei kleinen grünen Punkte eher für eine Lichtreflexion auf der schwarzen Erde, die im einsetzenden Frost feucht leuchtete. Dann vergaß ich, bei Tageslicht nachzusehen. Doch sind sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich sie zum ersten Mal bemerkte, war es bereits am späten Abend, und die Terrasse, die den Töpfchengarten beherbergt, war in Dunkel getaucht. So hielt ich die zwei kleinen grünen Punkte eher für eine Lichtreflexion auf der schwarzen Erde, die im einsetzenden Frost feucht leuchtete. Dann vergaß ich, bei Tageslicht nachzusehen. Doch sind sie wirklich da, wie ich ein paar Tage später feststellte. Die ersten Spitzen der Schneeglöckchen strecken sich aus ihren Töpfen und begrüßen das Neue Jahr. Zu den ersten Trieben, die ich an jenem Abend entdeckte, haben sich mittlerweile weitere gesellt. Hat das Warten auf den Frühling, das die Schneemassen der vergangenen Woche beinahe müßig erscheinen ließ, doch bald ein Ende?</p>
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